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Nachzucht des stark gefährdeten Taubwarans im Kölner Aquarium gelungen.

Frohe Festtagskunde: Pünktlich zu Weihnachten freut sich das Team des Kölner Zoos über Nachzuchten bei einer besonderen Spezies: den seltenen und bislang noch kaum erforschten Taubwaranen (Lanthanotus borneensis) aus Borneo. Bei der aktuellen Nachzucht handelt es sich um acht Eier.



Nach knapp 3,5 Monaten Inkubationszeit sind bereits vier Junge geschlüpft, das letzte erst gestern. Der Schlupf der anderen Eier steht jetzt täglich an. Alles für den Artenschutz.



Der Zoo hält diese Art im Backstage-Bereich des Aquariums. Die Taubwaran-Elterntiere kamen als je zwei Nachzuchten aus dem Zoo in Prag, Tschechien, und dem Tiergarten Schönbrunn in Wien, Österreich, nach Köln. Ziel ist der Aufbau eines stabilen Erhaltungszucht-Netzwerks in Europa. Mit dem neuerlichen Kölner Nachwuchs kommt das Aquariums-Team um Prof. Dr. Thomas Ziegler diesem Ziel nun einen wichtigen Schritt näher.



Bereits im Sommer 2022 glückten im Kölner Terrarien-Bereich die ersten Nachzuchten. Insgesamt acht junge Taubwarane erblickten damals das Licht der Welt. In den Aufzuchtanlagen hinter den Kulissen ziehen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger die Jungtiere groß. Später werden sie an andere Institutionen, die am Erhaltungszuchtnetzwerk teilnehmen, abgegeben. Bislang konnte schon die Hälfte der Kölner Nachzuchten an andere Einrichtungen vermittelt werden – zwei an den Tierpark Berlin und zwei an den Warschauer Zoo.



Man kann nur schützen, was man kennt Borneo-Taubwarane erreichen eine Länge von bis zu 55 Zentimetern. Die Tiere sind langgestreckt und flach gebaut. Die verhältnismäßig kurzen Beine mit fünf bekrallten Zehen sind sehr kräftig. Zwischen den vergleichsweise kleinen Schuppen sind in Längsreihung große, gekielte, höckerartige Schuppen angeordnet. Taubwarane haben wahrscheinlich eine überwiegend unterirdische und nachaktive Lebensweise. In menschlicher Obhut fressen sie sehr gern Würmer.



Über die Biologie dieser Art ist kaum etwas bekannt. Hier können Zoos einen sehr wichtigen Beitrag leisten, nämlich mehr über die Lebensweise dieser scheuen Tiere in Erfahrung zu bringen – mit Forschung, die so in der Natur kaum möglich ist. Schließlich kann man nur schützen, was man kennt. Auch Nachzuchten an sich sind extrem wertvoll. Denn sollten Bestandsanalysen im Ursprungsland künftig einen weiteren Rückgang ergeben, kann die Erhaltungszucht in Europa dazu beitragen, Tiere wieder in ihr Ursprungsland zurückzuführen.








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