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Im Jahr 2023 wurden gleich zwei Jungtiere geboren.

„Nachwuchs im Zoo ist immer schön“, findet Alexandra Japes, „besonders freuen wir uns aber natürlich, wenn dieser Nachwuchs das Ergebnis unserer tiergärtnerischen Bemühungen ist.“ Die Pressesprecherin des Zoo Neuwied erklärt: „Es gibt gerade unter den Säugetieren Tiere, über die in der Zoowelt so viel Wissen vorhanden ist und die so unkompliziert in ihrem Sozialverhalten sind, dass fast automatisch Nachwuchs entsteht, wenn man ein männliches und ein weibliches Tier im fortpflanzungsfähigen Alter zusammenbringt. Dann gibt es aber auch Tiere, die bei der Partnerwahl sehr wählerisch sind und bei denen viele Faktoren, die nur sie selbst kennen, genau stimmen müssen, damit es überhaupt zur Paarung kommt. Dazu gehören neben vielen Vögeln und Reptilien auch einige Kleinsäuger. So wie unsere Pakas.“



Die Biologin steht in der Prinz Maximilian zu Wied-Halle, dem Südamerikahaus des Zoo Neuwied, und schaut vier rötlichbraunen Tieren mit hellen Flecken beim Verspeisen einer bunten Obst- und Gemüsemahlzeit zu. „Auch wenn sie in Größe und Färbung entfernt an Frischlinge erinnern, gehören sie zu den Nagetieren. Pakas pflegen in ihrer südamerikanischen Heimat einen sogenannten ‚Fission-Fusion‘-Lebensstil, das heißt, sie streifen bei der Futtersuche als Einzelgänger umher und treffen sich nur zum Schlafen mit ihren Artgenossen. Vielleicht ist das ein Grund, warum sich Pakas in menschlicher Obhut oft schwer tun mit der Paarbildung, da dieses Sozialverhalten hier nur schwer abbildbar ist“.



Nach vielen Reibereien unter den Pakas, mehreren Versuchen mit wechselnden Partnern, räumlichen Trennungen und Gehegeumgestaltungen wurden die Mühen im Mai 2023 endlich belohnt: Weibchen Nina brachte ihr erstes Jungtier zur Welt. Seitdem verläuft das Paka-Familienleben im Zoo Neuwied äußerst harmonisch – sogar so harmonisch, dass im Dezember 2023 bereits ein zweites Jungtier geboren wurde.



„Paco und Joli sind nicht nur niedlich, sie bringen auch den Tagesablauf ihrer Eltern ziemlich durcheinander. Früher haben sich Nina und Ito als primär nachtaktive Nager nach dem Frühstück zum Schlafen zurückgezogen, und waren daher für die Besucher meist um 10:00 Uhr, wenn das Haus öffnet, schon gar nicht mehr zu sehen. Aber Paco und Joli halten, wie die meisten Kleinkinder, noch nicht viel von festen Schlafenszeiten und sind oft bis in den späten Vormittag herein aktiv. Ob ihre Eltern das so toll finden, weiß ich natürlich nicht. Aber da müssen sie jetzt durch“, lacht Japes.



Vielleicht kehrt in Kürze wieder ein bisschen Ruhe in den Tagesablauf der Pakas ein: Paco hat mit knapp einem Jahr die Geschlechtsreife erreicht und soll in naher Zukunft ausziehen. „Mal sehen, ob es mit nur einem Jungtier wieder ruhiger wird im Gehege. Oder ob die Pakas direkt nachlegen und Joli bald schon Verstärkung bekommt – wer weiß?“








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