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Das vierjährige Männchen ist im französischen Zoo Beauval geboren worden. Den Weg an den Kaiserberg hat das Schwergewicht gut überstanden und ist ab sofort zu sehen. Der Transport war eine logistische Herausforderung.

Intensiv bereitete sich das Zoo-Team in den letzten Wochen auf den Transport vor, nun ist ein schwergewichtiger Neuankömmling wohlbehalten in Duisburg angekommen: „Sekoe“ ist eine Rundschwanz-Seekuh und trifft am Kaiserberg auf zwei Artgenossen. Manfred (6) und Pablo (4) leben bereits seit Sommer 2022 im weitläufigen Wasserareal der Tropenhalle Rio Negro. Somit wächst die Junggesellen-Gruppe der Rundschwanz-Seekühe auf drei Tiere an. Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes begleitete den Transport.



Die Reise aus dem rund 745 Kilometer entfernten Frankreich hat Sekoe wohlbehalten überstanden. In einem beheizten Spezial-Lastwagen trat der Vierjährige und 450 Kilogramm schwere Seekuh-Bulle am Dienstag, 16. April 2024, seinen Weg ins Ruhrgebiet an. Ein auf Großtiertransporte spezialisiertes Unternehmen brachte nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Reiseunterkünfte mit: Eine Spezialkiste mit einem Leergewicht von über 900 Kilogramm, die während des Transportes mit Wasser gefüllt war. Zootierärztin Dr. Kerstin Ternes begleitete ihren neuen Schützling von Frankreich aus bis nach Duisburg. „Bei regelmäßigen Stopps haben wir nach Sekoe geschaut, die Wassertemperatur gemessen und die Atmung kontrolliert. Dabei hat er einen entspannten Eindruck gemacht. Neben den Stopps ließ sich das Tier während der Fahrt außerdem durch die im Lkw installierte Videoüberwachung beobachten, so dass man jederzeit einen Blick auf ihn werfen konnte“.



Am späten Dienstagabend nahmen mehr als zehn Mitarbeiter des Zoo Duisburg ihren neuen Schützling in Empfang. Mit einem Schwerlast-Gabelstapler der Firma Clark positionierten die Mitarbeitenden die Kiste samt Seekuh mit Fingerspitzengefühl auf einem besonders stabilen Rollbrett. Am Wasserareal der Tropenhalle angekommen, überführte das Zoo-Team den Neuankömmling sanft in seinen neuen Lebensraum. „Alles verlief Hand in Hand, reibungslos und hochkonzentriert“, resümiert die zuständige Biologin Taissa Faust. „Dabei haben wir auf die Erfahrungen zurückgegriffen, die das Team schon beim letzten Transport von Seekühen im Sommer 2022 gesammelt hat“. Schon am nächsten Tag lernte Sekoe seine Artgenossen kennen. „Die Zusammenführung verlief ruhig, alle drei haben sich kennengelernt und schwimmen nun miteinander“, sagt Taissa Faust.



Sekoe verschlug es auf Empfehlung des zuständigen Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Seekühe nach Duisburg. Von Nürnberg aus koordiniert Biologe Dr. Lorenzo von Fersen den Erhalt dieser Tiere in Zoologischen Gärten. Duisburg, betont von Fersen, kommt in diesem Rahmen eine besondere Aufgabe zu. „Durch die Haltung einer Junggesellengruppe von Seekühen hilft der Zoo Duisburg bei der Durchführung der koordinierten Erhaltungszucht. Hier leben männliche Seekühe, die nicht oder noch nicht eigenen Nachwuchs bekommen sollen, gemeinsam mit Artgenossen. Für mich als Koordinator ist es enorm wichtig, dass Duisburg diese Rolle einnimmt. Denn das hat für den langfristigen Erhalt dieser Tierart eine entscheidende Bedeutung“. Im Rahmen des EEP wird der Erhalt von Tierarten in Zoologischen Gärten koordiniert. Dadurch trägt die Zoogemeinschaft dazu bei, wichtige Reservepopulationen fernab des ursprünglichen Lebensraumes zu schaffen, was insbesondere bei den bedrohten Arten enorm wichtig ist.



Seit Sommer 2022 ist die Tropenhalle im Zoo Duisburg Heimat von Rundschwanz-Seekühen, die auch Manatis genannt werden. Dort gleiten die sanften Vegetarier lautlos an der 18 Meter langen Unterwasserscheibe vorbei und lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Während das weitläufige Wasserareal Heimat von Seekühen und zahlreichen Fischarten ist, sind die Bäume Lebensraum vieler weiterer Tierarten: Dort lassen sich Faultiere, Löwenäffchen und verschiedene Vogelarten entdecken. Für staunende Blicke sorgen auch die Blattschneider-Ameisen. Das emsige Treiben der Insekten beobachten die Zoobesucher aus verschiedenen Perspektiven durch durchsichtige Röhren.



Seekühe sind gemächliche Schwimmer, die sich unter Wasser nur sehr langsam fortbewegen. Etwa alle fünf Minuten kommen die Säugetiere an die Wasseroberfläche und holen Luft. In ihrem ursprünglichen Lebensraum halten sich die Tiere meist in flachen Wasserbereichen auf. Motorboote sind insbesondere hier eine große Gefahr für die Tiere. Unfälle durch Kollisionen und Verletzungen durch Bootsschrauben sind keine Seltenheit. Auch die zunehmende Verschmutzung ihrer Lebensräume sowie die Jagd setzen den charismatischen Schwergewichten immer häufiger zu. Laut IUCN (=International Union for Conservation of Nature) gelten Seekühe als gefährdete Tierart und werden auf der sogenannten „Roten Liste“ geführt. Zum Schutz ihres Lebensraumes unterstützt der Zoo Duisburg bereits seit Jahren die Organisationen Yaqu Pacha e.V., welche sich vor Ort in Südamerika für Seekühe sowie weitere wasserlebende Tierarten stark macht.








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