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Bruchpilot Waldrapp „Horst“ wird Nordhorner. 

Während sich der im Wangerland entkräftet aufgegriffene Waldrapp „Horst“ in der Auffangstation des Tierparks von den Strapazen seines Irrfluges erholen konnte, wurde unter den Fachleuten emsig diskutiert, wie es nun mit ihm weitergehen soll.



Waldrappe gehören zu den vom Aussterben bedrohten Vögeln, die nur Dank der Artenschutzbemühungen der Zoos wieder eine Chance auf ein Überleben haben.



Durch die Auswilderung von in Zoos geschlüpften Jungtieren konnten erste Bestände in der Natur wieder aufgebaut werden. Aus diesem Grund unterliegen die Waldrappbestände sehr engmaschig einem Monitoring der verschiedenen Partner.



Schließlich hat die Leitung des österreichischen Waldrapp-Projektes vorgeschlagen, Horst in die bestehende Nordhorner Waldrapp-Gruppe zu integrieren, denn eine Auswilderung des Vogels in den angestammten Waldrapp-Gebieten birgt eine große Gefahr. „Horst“, der schon einmal einen Irrflug in die falsche Richtung unternommen hat, würde wahrscheinlich im kommenden Herbst, zur Zugzeit, erneut die falsche Zugrichtung einschlagen. Dann würde er schlimmstenfalls diesen Flug nicht überleben und vor allem möglicherweise auch andere Waldrappe mit in die falsche Flugrichtung locken.



Waldrappe lernen in ihrem ersten Lebensjahr den Zugweg, indem sie erfahrenen Vögeln gen Süden folgen. In dieser sensiblen Phase prägen sie sich die Route ein und können die Folgejahre dann eigenständig den Weg finden. Ein Lerneffekt, der bei „Horst“ sprichwörtlich in die falsche Richtung gegangen ist.



Nachdem der Vorschlag, den Waldrapp in Nordhorn zu integrieren mit den Naturschutzbehörden positiv abgestimmt werden konnte, war es nun soweit: „Horst“ ist in seine neue Waldrapp-WG eingezogen! Einen Tag lang konnte er sich in einem Eingewöhnungskäfig mitten in der großen Freifluganlage an die Umgebung und die neuen Mitbewohner gewöhnen, ehe er dann an einem Morgen vor der Besuchszeit fliegen gelassen wurde.



„Die Aktion selber verlief äußerst entspannt,“ weiß Kurator Dirk Wewers zu berichten. Horst flog direkt einen Ast an, auf dem er sich absetzte und von dort die Umgebung inspizierte. Schnell suchten ihn zwei der zwanzig ansässigen Waldrappe auf.



„Als Koloniebrüter ist die Integration bei Waldrappen im Vergleich zu vielen anderen Arten recht einfach,“ so Wewers. „Je mehr Vögel zusammenkommen, desto wohler fühlt sich jeder einzelne innerhalb der Kolonie.“



Die Hoffnung ist groß, dass Horst in zwei, drei Jahren in der Nordhorner Kolonie selbst für Nachwuchs sorgt und somit hilft, die sehr selten gewordenen Ibisvögel vor der Ausrottung zu bewahren. Und, wer weiß, vielleicht werden ja auch seine Nachkommen einmal Teil des Auswilderungsprojektes in den Alpen oder im spanischen Andalusien.








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