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Auch bei Tieren ist die Körperpflege wichtig – in Hellabrunn kümmern sich darum oft nicht nur die Tiere selbst, sondern auch das Tierpflege-Team und die Tierärzte. 

Elefantenzähne beispielsweise müssen regelmäßig geputzt, Elefantenfüße gefeilt und Zebrahufe gepflegt werden. Aber auch die ein oder andere „Massage“-Einheit tut Nashorn und Pustelschwein sehr gut. Ganz wichtig dabei: Der Kontakt zu den Tieren – schließlich können sie nicht sagen, wenn der Zahn drückt, der Nagel brennt oder die Haut juckt.



Manchmal in der Früh, wenn es im Tierpark Hellabrunn noch ganz ruhig ist, bekommt Nashorndame Rapti von ihrem Pfleger und Teamleiter im Nashornhaus Sascha Tütsch eine tierisch gutes Wellnessprogramm: Ihre Haut, übrigens an manchen Stellen ganz und gar nicht so fest wie ein Panzer, wird mit einer nassen Bürste massiert und geputzt. Sascha Tütsch und Rapti kennen sich bereits seit über 30 Jahren und arbeiten sehr vertraut miteinander.



„Rapti gefällt das echt gut, wenn sie an den sensiblen Stellen ihrer Haut gebürstet wird, da kommt sie selbst ja schlecht hin“, erklärt Sascha Tütsch und weiter: „gleichzeitig kann ich mir dabei anschauen, ob die Haut irgendwelche Wunden oder Rapti andere Beschwerden hat.“ Durch das vertraute Verhältnis und die Nähe zu den Tieren erkennen die Hellabrunner Tierpflegerinnen und Tierpfleger häufig, wenn es ihren Schützlingen mal nicht so gut geht. Rapti beispielsweise hat aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters eine Wunde an der Hüfte, die daher kommt, dass sie oft auf derselben Stelle schläft. Um die Wunde vor einer Entzündung und nervigen Mücken zu schützen, behandelt Sascha Tütsch diese regelmäßig mit einem sogenannte Silberspray. Natürlich kann die Nashorndame auch jederzeit selbst ein Bad nehmen, aber ein kraulen mit der Bürste lässt sie sich trotzdem gerne gefallen. Wichtig dabei ist, dass Sascha Tütsch immer für Rapti zu hören ist, denn Panzernashörner hören besser, als sie sehen können.



Auch die Visayas-Pustelschweine mögen es, gekrault zu werden. Gleichzeitig kann Tierpflegerin Inka Ehm dabei die Klauen überprüfen und gegebenenfalls mit eine kleinen Nagelfeile Unebenheiten behandeln.



Die Hellabrunner Elefanten werden nicht nur täglich geduscht, sie bekommen in regelmäßigen Abständen auch eine Maniküre und Pediküre von ihrem Tierpflege Team. „Elefantenwellness“ heißt dann: Flex statt Feile und Stahlschwämmchen statt Zahnbürste. Das Nägelkürzen ist notwendig, da Elefanten auf Zehenspitzen laufen, sie sind also Zehengänger. So können sie sich trotz ihres Gewichts nahezu lautlos fortbewegen. Wie beim Menschen, müssen auch bei Elefanten die Nägel regelmäßig gekürzt und in Form gebracht werden. Das klappt dank intensiven Trainings und Vertrauen zwischen Elefanten und Tierpfleger ganz ohne Narkose. Lediglich, wie üblich der Haltung im geschützten Kontakt, mit einer sichernden Barriere zwischen Mensch und Tier. Für eine optimale „Fußpflege“ beim Elefanten muss man jedoch mindestens zu zweit sein. Während Tierpfleger Navin Adami mit dem Winkelschleifer den Zeh von Elefantenbulle Gajendra behandelt, wird der 5-Tonnen-Bulle geduscht und bekommt eine Belohnung in Form von kleinen Brotstückchen.



„Gajendra kennt mich schon sehr lange und gut und er weiß, wie er auf meine Stimme und meine Kommandos reagieren soll. Wenn er den Fuß stillhält, geht das Prozedere schnell vorüber. Und er weiß auch, dass ich ihm nicht wehtue, sondern nur dafür sorgen, dass seine Zehennägel nicht einreißen und er gut laufen kann.“ erklärt Navin Adami. Nach erfolgreicher Fußbehandlung geht es weiter mit den Stoßzähnen – diese werden regelmäßig fachmännisch geputzt – und zwar mit einem haushaltsüblichen Stahlschwämmchen. „Das Zähneputzen dient auch einem Training für den Ernstfall – hätte Gajendra schmerzen oder Beschwerden an den Zähnen, wäre es ihm vertraut, dass wir den Zahn berühren“, erklärt Daniel Materna, Tierpfleger und Teamleiter bei den Elefanten. Das Zähneputzen wird übrigens von klein auf geübt – auch der kleine Otto bekommt seine etwa 20 Zentimeter langen Stoßzähne schon geputzt.



Anders als bei Nashorn, Elefant oder Pustelschwein, bei denen eine Behandlung meistens über Medical Trainings möglich ist, muss beispielsweise ein Zebra zur Hufbehandlung narkotisiert werden.



„Eingetretene Steinchen oder kleinere Horndefekte können ohne regelmäßige Korrektur zu schwerwiegenden Problemen führen. Wie wir Menschen, sind auch Tiere nicht symmetrisch und belasten eine Seite mehr oder weniger. Gerade bei älteren Tieren kommt es dann gerne mal zu Fehlstellungen“, erklärt Dr. Christine Gohl, leitenden Tierärztin in Hellabrunn und weiter: „dann müssen wir uns die Hufe genau anschauen, eventuell röntgen und eine orthopädische Hufkorrektur durchführen, das passiert dann unter Vollnarkose.“



Damit eine solche Behandlung nur in Ausnahmefällen – und nicht alle 6 bis 8 Wochen wie beim Hauspferd- nötig wird, gibt es auf der Zebra-Anlage in Hellabrunn unterschiedliche Bodenbeläge.



Nicht nur bei Behandlungen, auch im täglichen Umgang mit den Tieren ist der enge Kontakt zwischen Tierpfleger und Tier wichtig – denn so kann möglichst frühzeitig erkannt werden, wenn etwas mit einem Tier nicht stimmt. „Wildtiere versuchen sich keine Schwäche anmerken zu lassen, um in ihrem Lebensraum möglichst nicht Beutegreifer auf sich aufmerksam zu machen. Mittels des Medical Trainings können wir bei vielen Tierarten Untersuchungen und Behandlungen im geschützten Kontakt stressfrei für unsere wilden Pfleglinge durchführen und das Training kann auch an die individuellen Bedürfnisse und Fragestellungen des Einzeltiers angepasst werden.



Natürlich können sich die tierischen Bewohner Hellabrunns auch jederzeit selbst eine Wohlfühlbehandlung gönnen – so gibt es in vielen Tieranlagen Kratzbürsten, Sandstellen zum Wälzen, Schubberbäume oder Schlammsuhlen für tierisches Pflege-Vergnügen.
Viele weitere Infos zum Training mit den Hellabrunner Tieren gibt es auch bei den täglichen Tierpfleger-Treffpunkten, bei denen Tierpflegerinnen und Tierpfleger über Ihre Arbeit berichten – beispielsweise bei Eisbären, Mähnenrobben, Elefanten oder Löwen.








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