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Schwäbisch-Hällische Schweine mischen den Clemenshof im Kölner Zoo auf. 

Kurz vor Karneval sind auf dem Clemenshof sieben Ferkel zur Welt gekommen. Sie zählen zur bedrohten alten Nutztierrasse der Schwäbisch-Hällischen Schweine. Muttersau „Uschi“ warf die Kleinen Mitte Januar 2024- Vater ist der imposante Zuchteber „Eberhardt“, der parallel zur frischen Vaterschaft als Orakel den Ausgang der Deutschlandspiele bei der Handball-EM tippte. Auffällig: Gleich fünf der Ferkel sind komplett schwarz.



Schweine brauchen exakt drei Monate, drei Wochen und drei Tage, bis sie ihre Ferkel zur Welt bringen. So ist es auch bei den Schwäbisch-Hällischen Landschweinen, einer alten Nutztierrasse. Charakteristisch stechen ihre schwarzen Köpfe, Hälse und Hinterbeine hervor. Manche Tiere sind auch komplett schwarz – beim aktuellen Wurf gilt das gleich fünffach. Aufgrund des fetten Fleischs waren die Schwäbisch-Hällischen früher sehr beliebt. Seit es die Verbraucher magerer mögen, sinken die Haltungszahlen. Heute ist die traditionsreiche Rasse vom Aussterben bedroht. Der Kölner Zoo widmet sich mit seiner Zucht dem Erhalt dieser Tiere.



Ebenfalls neu auf dem Clemenshof ist ein weibliches Kalb bei den Deutschen Schwarzbunten Niederungsrindern. Mutter „Lara“ hat es am 6. Dezember 2023 zur Welt gebracht. Vater ist Zuchtbulle „Kalle“.



Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind entstand im 16. Jahrhundert in den Niederungsebenen von den Niederlanden bis nach Dänemark. Die Rasse kann sowohl für die Milch- als auch die Fleischerzeugung eingesetzt werden. Die Rinder wurden jahrhundertelang von der norddeutschen Tiefebene bis in die Mittelgebirge gehalten. Deutsche Schwarzbunte Niederungsrinder sind sehr gutmütig, leicht kalbend und verwerten auch nährstoffarme Pflanzen optimal. Seit Ende des 2. Weltkriegs wurden sie zunehmend von der mehr Milch gebenden Rasse „Holstein Friesian“ verdrängt. Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind ist deshalb heute in seinem Bestand bedroht. Der Kölner Zoo widmet sich auch hier dem Erhalt.



Der Clemenshof im Kölner Zoo ist ein Bauernhof nach bergischem Vorbild. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern leben dort verschiedene Haustierarten – besonders solche, die vom Aussterben bedroht sind. Ziel ist, sie zu erhalten und damit die natürliche Biodiversität möglichst groß zu halten. Der Kölner Zoo engagiert sich mit dieser und vielen anderen Maßnahmen massiv für den Artenschutz. Andere Zoos weltweit tun es ihm gleich. Um dieses Engagement noch schlagkräftiger mit der Biodiversitäts-Arbeit von Regierungen, den Vereinten Nationen und von Forschungseinrichtungen zu verzahnen, gründeten Zoos vor kurzem zusammen mit der Species Survival Commission der IUCN die Initiative „Reverse the Red“.



Der Name der Plattform bezieht sich auf die von der IUCN veröffentlichte Rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, die jährlich neu erhoben wird. Evaluiert werden in der Liste Gefährdungskategorien – von „nicht gefährdet“ über „vom Aussterben bedroht“ und „in der Natur ausgestorben“ bis hin zu „ausgestorben“. Immer mehr Tiere und Pflanzen finden in den kritischen Kategorien der Roten Liste Aufnahme.



Die „Reverse the Red-Initiative“ wird dagegen aktiv, unter anderem mit:
• einer weltweit zwischen den Artenschutz-Akteuren abgestimmten Nachzucht- und Rückführungsarbeit bei bedrohten Tierarten
• noch intensiverer Forschung und mehr Austausch darüber, wie natürliche Ökosysteme und die darin vorkommenden Lebewesen zu schützen sind
• eine stärkeren Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses Thema
• noch mehr internationaler Kooperation, Vernetzung und Lobbyarbeit








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