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Alle Jahre wieder endet im Herbst die Besucher-Saison mit einem fulminanten Farbfeuerwerk der Natur – der Indian Summer hält Einzug im Weltvogelpark Walsrode. 

„Das Highlight in diesem Jahr für Besucher und Mitarbeiter war sicherlich die Ankunft der Harpyie“, sagt Janina Ehrhardt, Marketing Director im Weltvogelpark. Die Harpyie zählt als wohl stärkste und mächtigste Greifvogelart der Welt. Sie ist nicht nur für ihre beeindruckende Größe und ihr prächtiges, weiches Gefieder bekannt, sondern auch aufgrund ihrer kräftigen Klauen gefürchtet - besonders von Faultieren und Affen, die sie mit ihrer ungeheuren Kraft auch im Flug aus den Bäumen “pflücken” kann. „Mit einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern und einer Körperlänge von bis zu einem Meter stellt die Harpyie eine beeindruckende Erscheinung dar und zählt nun zu den Hauptattraktionen des Parks“, fügt Ehrhardt hinzu.



Aufmerksame Besucher konnten außerdem das ganze Jahr über brütende Vögel und Jungtiere im Park beobachten. Vor allem in den über 20 Nestern der wilden Weißstörche sowie die eigenen Nachzuchten der parkeigenen Weißstorch-Kolonie direkt am Besucherweg, aber auch die Jungen der Schneegänse, Schwarzhalsschwäne oder Schneeeulen ließen sich hautnah beobachten. Etwas mehr Geduld brauchten Besucher, um die Jungtiere der Hohl- oder Felsentauben, Riesentukane, Purpurreiher, Braunen und Weißen Sichler oder die ausgeflogenen Inkaseeschwalben im großen Schwarm der Elterntiere zu entdecken.



Auch in diesem Jahr hatte der Weltvogelpark besondere Nachzuchten zu verzeichnen. So gab ein Pärchen der Orangebrust- oder auch Blaustirn-Zwergpapageien in diesem Jahr den Startschuss. Nachdem das Paar sich Ende letzten Jahres in Brutstimmung zeigte und es zur Eiablage kam, schlüpfte bereits Mitte Januar ein Jungtier. Der Orangebrust-Zwergpapagei bewohnt in freier Wildbahn Regen-, Monsun- und Sumpfwälder auf Neuguinea und den umliegenden Inseln. Er lebt im Tiefland und in Bergregionen bis in einer Höhe von 1100 Metern. In der Natur erstreckt sich die Brutsaison hauptsächlich von Dezember bis Juni.



Die Weißnacken-Fasantaube kommt endemisch auf den indonesischen Aru-Inseln vor. Der Bestand in freier Wildbahn wird auf nur noch 2.500 bis 10.000 fortpflanzungsfähige Vögel geschätzt, bedroht durch Abholzung und Umwandlung des Waldes in Agrarflächen. Fasantauben werden in europäischen Zoos eher selten gehalten. Umso wichtiger ist die Zucht dieser Arten, um eine stabile Population in menschlicher Obhut zu gewährleisten. Hierfür leistete der Weltvogelpark mehrfach einen Beitrag, denn gleich zwei Brutpaare zeigten sich dieses Jahr in Brutstimmung. Ende Juni schlüpfte ein Junges und wurde in die erfahrenen Hände der Tierpfleger gegeben, da in den letzten Jahren kein Jungtier als Naturbrut groß geworden ist. Im August schlüpften zwei weitere und im Oktober dann bereits das vierte Jungtier. Ein großer Erfolg für diese bedrohte Vogelart und den Weltvogelpark.



Außerdem erblickten Anfang Juli 2023 im Brutraum insgesamt neun Kubaflamingo-Jungtiere (Foto) das Licht der Welt. Kubaflamingos besiedeln Brackwasser-Lagunen, salzige Seen und Sumpfgebiete in der Karibik. Zur Brutzeit werden aus Schlamm Brutkegel geformt, auf die das Weibchen in eine Vertiefung ein weißes, längliches Ei legt. Diese Nester dienen als natürlicher Hochwasserschutz, um ein Wegschwemmen des Eies zu verhindern. Beide Partner bleiben die Brutsaison zusammen und bebrüten abwechselnd das Ei rund 28 Tage.



Zum ersten Mal in den letzten Jahren zeigte sich die Kolonie im Weltvogelpark in Brutstimmung – doch die ersten Eier purzelten noch von den Hügeln durch zu große Unruhe in der Kolonie. Diese Eier brachten die Tierpfleger zur Sicherheit in Brutmaschinen unter. Die Jungtiere wurden dann per Hand als Gruppe von unseren Tierpflegern aufgezogen und später mit den Alttieren in der Kolonie wieder zusammengeführt, was absolut reibungslos verlief. Ein toller Anblick für die Tierpfleger, “ihre” noch grau-befiederten Jungen so selbstständig in der Flamingo-Kolonie zu sehen.



Zu guter Letzt hat auch das Zuchtpaar der in freier Wildbahn bedrohten Hornsittiche in diesem Jahr mit zwei Bruten insgesamt fünf Jungtiere selbstständig großgezogen. Nach jetziger Schätzung leben nur noch etwa 6000 erwachsene Hornsittiche in freier Wildbahn. Die tropischen Wälder der Heimatinsel Neukaledonien sind durch Abholzung und die Einführung des Mähnenhirsches bedroht. Zudem werden der Sittich und seine Eier als Beute von der ebenfalls eingeführten Ratte bejagt. Überhaupt halten nur drei zoologische Einrichtungen in Deutschland diesen Sittich, weshalb die regelmäßige Zucht dieser bedrohten Art umso wichtiger ist.



Auch hinsichtlich der Besucherzahlen kann der Weltvogelpark für 2023 eine positive Bilanz ziehen. Der Park besteht zwar neben einem großen Außengelände auch aus vielen Tierhäusern, in denen auch ein großer Teil des Aufenthalts verbracht wird. Trotzdem ist der Weltvogelpark in den meisten Köpfen der Besucher als klassisches Outdoor-Ausflugsziel verankert. Während deshalb im Juni bei strahlendem Sonnenschein sehr viele Besucher den Weg in den Park fanden und auf einen Rekordsommer hoffen ließen, kamen in den eher verregneten Sommerferien weniger Gäste als erhofft. Ein schöner Spätsommer und ein ungewöhnlich warmer Oktober lockten dann wiederum die im Sommer Daheimgebliebenen in den Park.



2023 war eine spannende und erfolgreiche Saison. Nun beginnt im Weltvogelpark bereits die intensive Vorbereitungszeit für das kommende Jahr, bei der vor allem die Gestaltung der neuen Durchgangsvoliere finalisiert werden soll. Mit der Eröffnung der Voliere im Zuge der nächsten Saison können sich die Besucher des Parks auf einen neuen Themenbereich freuen, der unmittelbar hinter dem Eingang die Möglichkeit bietet, verschiedene Vogelarten hautnah und barrierefrei zu erleben.








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