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Die rostbraunen madagassischen Raubtiere sind akut vom Aussterben bedroht. Von Duisburg aus werden Maßnahmen zum Schutz der Tiere auf Madagaskar koordiniert. 

(tm) Der Zoo Duisburg freut sich über drei kleine Fossa. Geboren worden ist das Trio bereits am 6. Juni 2023. An der Seite von Mutter Kinja erkundet der Nachwuchs die rückwertige Anlage, klettert auf Baumstämme und ist zunehmend selbstständig. Nun stand der erste Besuch der Tierärztin auf dem Programm.



„Alle drei sind putzmunter“, freut sich Revierleiter Mike Kirschner. Im Rahmen der tiermedizinischen Untersuchung der kleinen Raubtiere brachte das Zoo-Team auch Licht ins Dunkle und bestimmte das Geschlecht. Das Fazit: Die kleinen Fossa sind zwei Männchen (Sambao und Kamoro) sowie ein Weibchen mit dem Namen Harana. Besonders stolz ist Mike Kirschner auf Kinja. Liebevoll und routiniert kümmert sich die elfjährige Fossa-Mutter um ihren Nachwuchs, säugt die Kleinen und putzt ihr Fell. „Kinja ist eine fantastische Mutter, die sehr entspannt, führsorglich und ausgeglichen ist“.



Mit einem Geburtsgewicht von rund 100 Gramm und einer Größe von nur 23 Zentimeter noch winzig klein, wagten sich die Jungtiere nach sieben Lebenswochen erstmals aus der Wurfbox. „Am Anfang sind die Ausflüge sehr kurz, mit jeder Woche werden die Kleinen aktiver und erkunden die Umgebung immer mehr“, erklärt Tierpfleger Kirschner. „Aber erst mit vier Lebensmonaten sind sie aus dem Gröbsten raus“.



Denn kleine Fossa aufzuziehen, das weiß Mike Kirschner, ist eine Herausforderung. „Frühestens ab dem vierten Monat gehen wir an den Nachwuchs und beobachten vorher die Aufzucht vorher mit Abstand. Denn Fossa reagieren sehr sensibel auf Störungen, brauchen im Umgang viel Ruhe und Routine“, so der Raubtier-Experte.



Die komplexe Zuchtanlage am Kaiserberg bietet genau die Voraussetzungen, die es für die Nachzucht der madagassischen Raubtiere braucht und ist einzigartig in der deutschen Zoowelt. Neben den örtlichen Gegebenheiten ist auch die Harmonie zwischen Männchen und Weibchen ausschlaggebend.



Weitsicht und Fingerspitzengefühl im Umgang sowie die Gegebenheiten sind es, die den Zoo Duisburg mit Abstand zum weltweit erfolgreichsten Halter der Fossa gemacht haben. Denn seit Haltungsbeginn am 14. Juni 1980 wuchsen am Kaiserberg fast 70 Jungtiere auf. „Insbesondere beim Aufbau einer gesunden Reservepopulation in menschlicher Obhut hat der Zoo Duisburg Grundlagen von enormer Bedeutung gelegt“, weiß Biologin Taissa Faust.



Während am Kaiserberg die nächste Generation der rostbraunen Raubtiere heranwächst, ist die Situation auf Madagaskar dramatisch. Schätzungen gehen davon aus, dass im ungünstigsten Fall nur noch etwa 2.500 Fossa auf Madagaskar leben. Um die Tiere vor Ort besser zu schützen, initiierte der Zoo Duisburg im Jahr 1995 den Fossa-Fond – ein Artenschutzfond, in den europäischen Zoos, die Fossa halten, sowie private Förderer Artenschutzspenden einzahlen.



Seit Gründung wird der Fond von Duisburg aus verwaltet und fördert konkrete Artenschutzmaßnahmen auf Madagaskar. So werden beispielsweise Wildhüter bezahlt und Ausrüstung in Form von Ferngläsern, Funkgeräten sowie Fahrzeugen finanziert. Auch die Durchführung von Freilandstudien finanziert der Fond. Zusätzlich werden praktische Projekte umgesetzt: So ist die Entwicklung und Anschaffung von fossasicheren Hühnerställen realisiert worden.



„Wenn die Fossa die Nutztiere der Bevölkerung nicht mehr erbeutet, schwindet der Konflikt zwischen Mensch und Tier. Das führt dazu, dass die Motivation zur Jagd auf die Fossa sinkt“, erklärt Biologin Taissa Faust, die den Fossa-Fond verwaltet. Außerdem entwickelte der Fossa-Fond brennstoffarme Kochöfen. „Je effektiver Kochstellen befeuert werden, desto weniger Holz wird gebraucht. Das spart Ressourcen und schont im besten Fall auch den Lebensraum der Fossa auf Madagaskar“, so die Biologin.



Als scheues und zurückgezogen lebendes Raubtier wird die Fossa selten im ursprünglichen Lebensraum auf Madagaskar gesehen. „Aufklärungs- und Bildungsarbeit vor Ort ist daher enorm wichtig, damit die Menschen ein Verständnis für diese wundervollen Raubtiere entwickeln und sich für den Schutz engagieren“, weiß Revierleiter Mike Kirschner. Hierfür ist 1998 in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars, eine große Anlage fertiggestellt worden, in der Fossa leben und als Botschaftertiere ihrer Artgenossen fungieren.



Mike Kirschner war selbst vor Ort und unterstützte das Projekt. „Drei Wochen lang haben wir überwiegend in Handarbeit und mit den Menschen vor Ort die rund 150 Quadratmeter große Anlage gebaut, in der sich im Jahr 2011 sogar Nachwuchs eingestellt hat“, erinnert sich der Tierpfleger. Eine beeindruckende Erfahrung, die den Revierleiter in seiner täglichen Arbeit mit seinen Schützlingen bis heute begleitet und für den Erhalt der flinken Fossa antreibt.









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