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Guter Schlaf ist wichtig, klar – und gut bedeutet: ausreichend lang, und möglichst ungestört.

„Das ist grundsätzlich auch bei Tieren so“, weiß Biologin Alexandra Japes. „Es dient dem physiologischen Erholungsprozess, dem Organismus Ruhe zu gönnen, und ist damit essenziell für das Tierwohl. Daher achten wir darauf, dass unsere Tiere bei uns die besten Bedingungen für artgerechten Schlaf vorfinden – wie dieser aussieht, das ist von Tier zu Tier sehr unterschiedlich“, erklärt Japes weiter, die im Zoo Neuwied arbeitet, wo in Kooperation mit der Universität Frankfurt zum Schlaf bei Tieren geforscht wird.



Die Schlafdauer unterscheidet sich stark, und ist unter anderem von der Ernährung der Tiere abhängig. „Tiere, die energiereiche Nahrung wie Fleisch, Insekten oder süße Früchte zu sich nehmen, müssen weniger Zeit für die Nahrungsbeschaffung und das Fressen aufwenden, als Grasfresser. Hinzu kommt, dass die meisten Grasfresser, wie Vikunja oder Gnu, in der Natur außerdem Beutetiere großer Fleischfresser sind. Daher können sie sich ohnehin nur deutlich kürzere Schlafenszeiten ‚erlauben‘ als beispielsweise ein Löwe, der nach einer ordentlichen Mahlzeit im Schutz seines Rudels entspannt alle Viere von sich strecken und stundenlang schlafen kann.“



Auch im Zoo, wo den Beutetieren keine Gefahr durch Räuber droht, ändert sich dieses Muster nicht: Während Löwen, Geparden und Tiger in entspannter Seitenlage lange Tiefschlafphasen genießen, legen sich Huftiere wie Wasserbock und Watussi nur kurz ab, und zwar in Positionen, die jederzeit ein schnelles Aufstehen ermöglichen. „Die Vorderbeine unter den Körper gezogen und den Kopf erhoben, sind Huftiere jederzeit zur Flucht bereit. Der erhöhte Kopf ist außerdem wichtig, um die große Menge an Gasen loswerden zu können, die sich im Wiederkäuermagen bilden“, erläutert die Biologin.



Eine eingerollte oder lang ausgestreckte Schlafposition ist jedoch nicht ausschließlich bei Tieren zu finden, die an der Spitze der Nahrungskette stehen: „Auch Jungtiere leisten sich solche Schlafpositionen und auch deutlich längere Schlafphasen, da sie sich auf den Schutz durch ihre Eltern verlassen. Und Beutetiere, die wie Erdmännchen oder Fuchskusu durch die Nutzung von Erd- oder Baumhöhlen für ihren Schutz vorgesorgt haben, können sich ebenfalls gemütlich einrollen.“



Abgesehen von Schlafposition und -dauer ist der Schlaf der meisten Tiere dem unseren gar nicht so unähnlich: Auch bei ihnen wechseln sich Tiefschlafphasen mit Leichtschlafphasen ab, in denen Tiere, Hirnstrommessungen zufolge, sogar zu träumen scheinen. „Wovon sie allerdings träumen, das wird vermutlich immer ein Rätsel bleiben – genauso wie die Frage, wie es den lidlosen Schlangen gelingt, mit offenen Augen zu schlafen“, scherzt Alexandra Japes.








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