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 Der Weltvogelpark Walsrode feiert die schutzbedürftigen Aasfresser.

(tm) An jedem ersten Samstag im September, dieses Jahr am 2. September, findet der „International Vulture Awareness Day“ (auf Deutsch: Internationaler Tag der Geier) statt. Der Weltvogelpark Walsrode plant deshalb am 2. und 3. September 2023 verschiedene Aktivtäten, um auf die Wichtigkeit und Schutzbedürftigkeit der Geier für und in ihren natürlichen Lebensräumen aufmerksam zu machen.



Besucher erwartet am gesamten Wochenende ein Programm, das vor allem die Bedeutsamkeit der einzelnen Geierarten in den Vordergrund stellt. So wird sich jeweils eine der beiden täglich stattfindenden Flugshows diesem Thema widmen. Neben Gänsegeiern und Kondoren werden bei den Flugshows auch Sperbergeier, Truthahngeier und Palmgeier zu sehen sein.



Bei den Shows sollen aber nicht die Flüge der Geier über die Köpfe der Besucher im Mittelpunkt stehen. Stattdessen wird auf die unterschiedliche Charakteristik der einzelnen Geierarten eingegangen. Denn das allgemeine Bild eines Geiers mit seinem meist unverkennbaren, kahlen Kopf und Hals ist nicht für jeden Geier spezifisch.



„Der Hals ist bei denjenigen Arten nicht befiedert, die sich von Aas und besonders dessen Innereien und Muskelfleisch ernähren. Dafür ist ein kahler Kopf nämlich ideal. Andernfalls würden die Federn bei der Nahrungsaufnahme schlichtweg verkleben, aber vor allem können sich auf der Haut der Geier die Bakterien, die sich auf toten Tieren befinden, nicht so leicht sammeln wie in einem dichten Federkleid“, erklärt Anne Densow, Biologin im Weltvogelpark.



Und sie ergänzt: „Die Befiederung des Halses ist also eine evolutionsbedingte Gegebenheit. Andere Geierarten haben sich hingegen andere Nahrungsnischen erschlossen. So ernährt sich der Bartgeier hauptsächlich von Knochen und der Palmgeier von den Früchten verschiedener Palmen. Sie sind somit nicht auf einen kahlen Hals angewiesen und besitzen deshalb auch am Hals Federn.“



Neben den speziell angepassten Flugshows bietet der Weltvogelpark außerdem an beiden Tagen eine buchbare Führung zu verschiedenen Geierarten an. Und auch für die kleinen Besucher hat sich der Weltvogelpark etwas überlegt: Einmalig am Samstag, 2. September 2023 werden im Park sechs Geier-Plüschtiere versteckt. Wer ein Plüschtier entdeckt, darf an diesem Tag an einem besonderen Geier-Meet & Greet teilnehmen (Mindestalter 10 Jahre).



Darüber hinaus erhalten Kinder am Eingang eine spannende Rallye rund um die Welt der Geier und es finden spezielle Malaktionen statt, bei denen Geiermotive ausgemalt und mit nach Hause genommen werden können.
Der Weltvogelpark Walsrode als größter Vogelpark der Welt beheimatet viele Geierarten wie beispielsweise den Sperbergeier, Palmgeier, Gänsegeier, Truthahngeier, Bartgeier und den Andenkondor. Weltweit sind allerdings immer mehr Geierarten in freier Wildbahn in ihrem Bestand bedroht. Deshalb trägt der Weltvogelpark seit langem mit aktiver Zucht zum Arterhalt bei.



Dass einige Geierarten derart bedroht sind, hängt vor allem mit der Wilderei und der unkontrollierten Landwirtschaft zusammen. Denn Geier sind die Feinde der Wilderer, weil die Aasfresser über den Kadavern erlegter Elefanten und Nashörnern kreisen und so die Standorte verraten. Um das zu verhindern, werden Geier großflächig von Wilderern vergiftet. Zusätzlich ist auch das entzündungshemmende Mittel Diclofenac ein maßgeblicher Grund für den Rückgang des Bestandes. Der Mensch setzt das Medikament bei Nutztieren in der Landwirtschaft ein, welcher Geier dann über ihre Nahrung - verendete Tiere - aufnehmen. Das Mittel führt bei Geiern oftmals zu Nierenversagen und dem sicheren Tod.



Auch der größte und beeindruckendste Vertreter der Geier, der in Südamerika heimische Andenkondor, ist in seinem Bestand gefährdet. Durch ausgelegte Giftköder, Bleivergiftungen, jahrhundertelange Bejagung und zunehmenden Tourismus in den Brutgebieten hat sein Bestand bereits stark abgenommen. Mit einer Spannweite von rund 3,2 Metern ist er einer der größten, flugfähigen Vögel weltweit.



Geier sind für ein funktionierendes Ökosystem essenziell und als natürliche Gesundheitspolizei in der Natur anzusehen. Da sich die meisten Arten hauptsächlich von Aas und kranken Tieren ernähren, verhindern sie durch deren schnelle Beseitigung die Verbreitung von Krankheiten. In nur wenigen Stunden können Geier verendete Tiere bis auf die Knochen abnagen. Ihr Aussterben hätte einen massiven negativen Einfluss auf das Ökosystem in den Gebieten, in denen sie heimisch sind.



Umso wichtiger ist es deshalb, anlässlich des Internationalen Tags der Geier deren Wichtigkeit und den Arterhalt dieser faszinierenden Tiere in das allgemeine Bewusstsein zu rücken. Denn Geier kommen, anders als in Filmen dargestellt, nicht nur in heißen Wüsten vor, sondern - wie der Gänsegeier - auch bei uns in Deutschland.



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