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Den Einzug vier neuer Waldrappe möchte der Thüringer Zoopark Erfurt zum Anlass nehmen, über diese besonderen Vögel und ihre erfolgreiche Wiederansiedlung zu berichten.

(tm) Mit den vier dreijährigen Nachzuchten aus Ungern, leben nunmehr 13 Vertreter dieser stark gefährdeten Art in Erfurt.



Der stark gefährdete Waldrapp ist eine Art, die hauptsächlich aus Artenschutzgründen im Zoo gehalten wird. Einerseits geht es darum, langfristig eine ex situ-Reservepopulation zu erhalten, weil der Wildbestand klein und auf wenige Orte lokalisiert ist. Andererseits beteiligen sich zahlreiche Zoos an Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekten.



Der zur Familie der Ibisse zählende Waldrapp ist eine ehemals in Mitteleuropa heimische, erst verschollene, dann im Nahen Osten wiederentdeckte Art. Die Vorkommen des Waldrapps (Geronticus eremita) sind stark begrenzt: Es gibt eine alteingesessene Population in Marokko, eine halbwilde Population in Birecik (Türkei) sowie Wiederansiedlungsprojekte in Spanien, Österreich, Bayern und Baden-Württemberg. Das Überwinterungsgebiet der deutsch-österreichischen Kolonien liegt in der italienischen Laguna di Orbetello.



Der Waldrapp gehört zu den stark bedrohten Tierarten (Rote Liste) und wurde lange als vom Aussterben bedroht eingestuft. Die 2018 vorgenommene Rückstufung wurde dank intensiver Schutz- und Managementmaßnahmen möglich. Neben einer weniger als 300 adulte Wildvögel zählenden Reliktpopulation im Westen des Mittelmeerraums, existieren einige halbwilde Populationen und eine Reservepopulation in Zoos, die über 1000 Vögel umfasst. Eine Beurteilung aus dem Jahr 2020 stuft die europäische Population immer noch als regional ausgestorben ein und begründet dies damit, dass die ausgewilderten Populationen noch nicht vollständig selbsterhaltend seien.



Durch ausgeklügelte Aufzuchtprogramme konnten Anfang 2022 knapp 200 Vögel in den Auswilderungspopulationen im europäischen Alpenraum nachgewiesen werden. Auch in Erfurt gezüchtete Vögel konnten bereits erfolgreich ausgewildert werden. Damit die per Hand und in Volieren aufgezogenen Waldrappe die Route in ihr Winterquartier finden, zeigen ihnen die „Ziehmütter“ per Leichtflugzeug den gut 1.000 Kilometer langen Weg.



Die kleine Kolonie im Erfurter Zoopark ist Teil der Reservepopulation. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Waldrapp wird seit 1988 vom Alpenzoo Innsbruck geführt, die Auswilderung erfolgt unter anderem über die Stiftung Europäisches Naturerbe sowie das EU-Projekt "Reason for Hope – Reintroduction oft he Northern Bald Ibis in Europe".



Die Waldrapp-Anlage im Thüringer Zoopark Erfurt ist begehbar, meist sitzen die optisch eindrucksvollen Vögel in der Felswand oder auf den weit oben angebrachten Sitzstangen. Der Waldrapp erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 80 Zentimetern und eine Flügelspannweite von bis zu 135 Zentimetern. Auffällig sind der unbefiederte Kopf und die schopfartig verlängerten Nachfedern, das Gefieder ist schwarz mit metallischem Glanz.



Natürliche Hauptnahrung des Waldrapps sind Insekten und deren Larven, Ameiseneier, Spinnen, Skorpione, Würmer sowie kleine Reptilien und Amphibien, gelegentlich Kleinsäuger und Vögel. Der Waldrapp erreicht ein Alter von 25 bis 30 Jahren und bleibt auch bis ins hohe Alter brutaktiv. Die Jungen werden mit 3 Jahren geschlechtsreif, gelangen aber meist erst mit 6 Jahren zur Fortpflanzung.



Wer für einen unserer Waldrappe eine Patenschaft übernehmen möchte, ist herzlich willkommen und kann eine Patenschaft zu einem Grundbetrag von 175 Euro über die Thüringer Zoopark-Stiftung abschließen: www.zooparkstiftung-erfurt.de/tiere/waldrapp-ibis.









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